Die historische Anzeige ist aus dem Reiseführer „An der Mosel und Saar durch die Eifel und den Hochwald-Hunsrück“ von 1907

 

„Ein Dorfkino wie aus dem Bilderbuch Familie Lauer betreibt in Nonnweiler das Central-Filmtheater „
So titelte die „Saarbrücker Zeitung“ am 4. September 1991, bei einer Serie über die saarländischen Kinos.

Tradition seit 1823
Seit dieser Zeit besteht in der Ortsmitte von Nonnweiler das Anwesen der Familie Lauer, mit Fleischerei, Gastwirtschaft (früher „Restaurant zu Post“, heute „Bistro Central“) und Tanzsaal.

Das bereits in 4. Generation geführte Haus, wurde 1903 von Wilhelm Lauer sen., dem Urgroßvater des heutigen Kinobetreibers Andreas Lauer, ersteigert. Dieser betrieb bis in die dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts eine Holzhandlung, eine Fleischerei und eine Gastwirtschaft mit Tanzsaal.

Im Saal fanden neben Familienfeiern, Vereinsfesten, Theateraufführungen und Karnevalsveranstaltungen auch Filmvorführungen statt. Während des zweiten Weltkrieges diente er dann als Lager für Soldaten der Wehrmacht, bis er 1944 bei einem schweren Luftangriff auf das Eisenbahnviadukt von Nonnweiler durch zwei Bomben zerstört wurde.

Aus Kriegsgefangenschaft heimgekehrt, baute Wilhelm Lauer jun. den Saal in veränderter Form wieder auf und nutzte ihn für die gleichen Zwecke wie vor dem Krieg. So fanden unter anderem wöchentliche Filmvorführungen eines Wanderkinos statt und er diente als Heimstätte des 1954 gegründeten Karnevalsvereins Nonnweiler KGN.
Als jedoch Anfang der fünfziger Jahre im Nachbarort Otzenhausen die Familie Regel ein stationäres Kino eröffnete, musste das Wanderkino seinen Spielbetrieb in Nonnweiler einstellen, da es nur 3 km vom Otzenhausener Kino entfernt war. Daraufhin fasste Wilhelm Lauer den Entschluss ebenfalls seinen Saal in ein Kino umzubauen. Die dazu nötige behördliche Genehmigung wurde ihm jedoch verweigert, da zu dieser Zeit im Saarland noch keine Gewerbefreiheit herrschte und die Errichtung eines Kinos strengen Auflagen unterlag. Durch den im Ort aufkommenden Fremdenverkehr beflügelt, lies er von seinem Vorhaben aber nicht ab und führte gegen das Kultusministerium des Saarlandes Klage am Oberverwaltungsgericht des Saarlandes in Saarlouis.
Überraschend gewann er „Im Namen des saarländischen Volkes“ diesen Prozess (Akz I M 29/55) und erhielt so, am 20. August 1955 die Erlaubnis zum Bau eines Kinos.

Der Kinosaal in den fünfziger Jahren. In der letzten Reihe sitzt Regina Lauer. 

Die Eröffnung folgte im September 1956 mit dem Filmdrama: „Du mein stilles Tal“ mit Curd Jürgens, Winnie Markus und Bernhard Wicki gefolgt von dem Kriminalfilm:


„Banditen der Autobahn“ mit Ellen Schwiers, Paul Hörbiger, Hans Christian Blech und Ingrid van Bergen.

Geführt wurde das Kino von Wilhelm Lauer, gemeinsam mit Sohn Erich und Tochter Carla.
In den sechziger Jahren fand im Kino z.B. eine Veranstaltung mit dem Altmeister der Fernsehunterhaltung Peter Frankenfeld statt. Auch der Entfesselungskünstler Moretti gab einen Auftritt.

Der Vorführraum in den achtziger Jahren mit Erich und Andreas Lauer.

Erich Lauer beim Filmumspulen in den sechziger Jahren.

Seit Ende der siebziger Jahre führt Andreas Lauer mit tatkräftiger Unterstützung seines Vaters und seiner beiden Geschwister Roland und Elke die Geschicke des Kinos.
In den „goldenden Kinozeiten“ der fünfziger Jahre gab es mehr als zweihundert Kinos im Saarland. Das Central in Nonnweiler ist eines der wenigen, die überlebt haben. Überlebt, dank Investitionen in Modernisierungen, wie dem 1994 erfolgten Neubau von Foyer und Toilettenanlagen, und in die „Gemütlichkeit“ des Saales mit moderner Technik.

Der alte Eingangsbereich, vor dem Umbau, zur Straße „In der Seiters“ hin.

 

Schaukästen in den fünfziger Jahren am Eingang zum Lokal.

Eingang und Foyer nach dem Umbau 1994 zum neuen Dorfplatz hin.

Im Dezember 2012 wurde das Kino mit einer digitalen Projektionsanlage nach DCI-Norm und einem 3D System ausgestattet.
Die Präsentation von 3D Filmen ermöglicht das System Depth Q.
In der Vergangenheit wurden die Filme als 35mm Filmkopien (Mehrere Filmrollen, insgesamt bis zu 40kg schwer) von den Verleihfirmen geliefert.
Jetzt kommen die Filme auf Festplatten mit einer Datengrößen von etwa 150-300 GByte je Film. Das entspricht einer Datenmenge ca. 40 DVD’s für einen 90 minütigen Film.
Diese hochgradig verschlüsselten Daten werden auf den Kinoserver geladen und mit einem jeweiligen Freigabeschlüssel des Verleihs dechiffriert.
Danach kann der Film über den digitalen Filmprojektor vorgeführt werden.

Das Bild geht in der DCI-2K-Auflösung an den digitalen Kinoprojektor, der in diesem Fall mit der DLP-Cinema-Technik arbeitet und vom Hersteller Barco ist.
Der Projektor ist gemäß den DCI-Spezifikationen installiert und eingemessen und kann die im Kino gegebenen Anforderungen an Kontrast, Farbtreue oder vor allem die große Lichtleistung erfüllen.
Digital sehen Sie einen Film genau so, wie ihn die Schöpfer vor Augen hatten: „In atemberaubender Farbbrillianz, unglaublicher Klarheit und mit jedem Detail“. Digitale Filme sind frei von Kratzern, Laufstreifen, Ausbleichen, Ruckeln und Zittern — alle jene Probleme, zu denen herkömmliche Filme nach wiederholten Vorführungen neigen. Mit digitalem Kino kommt der Besucher in den Genuss, ein identisches Abbild der „Nullkopie“ erleben zu dürfen, also quasi der aller ersten Version des Films, so wie die Filmemacher sie auch bei der Produktion sehen und hören – und das in jeder Vorstellung.
Daher ist eine Vorführung von der gleichen Qualität wie die andere.

Auch beim Ton hat sich eine deutliche Verbesserung ergeben. Auf der bisher analogen Filmkopie war zwar auch schon eine digitale 6 Kanal Tonspur vorhanden, jedoch in stark komprimierter Form. Jetzt wird der Ton als völlig unkomprimierter PCM-Ton mit weit höheren Datenraten in den Audioprozessor eingespeist. Eine deutliche Steigerung der Dynamik ist die Folge. Jetzt werden Filme nicht nur mit 6 Tonkanälen sondern mit digitalem 8-Kanal-Ton geliefert. Diese Tonformate, Dolby 7.1 bzw. 5.1 kommen über ein JBL Lautsprechersystem zum Einsatz.