{"id":1038,"date":"2021-08-06T07:31:55","date_gmt":"2021-08-06T07:31:55","guid":{"rendered":"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/?page_id=1038"},"modified":"2023-04-17T15:17:11","modified_gmt":"2023-04-17T15:17:11","slug":"schinderhannes","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/schinderhannes","title":{"rendered":"Schinderhannes"},"content":{"rendered":"<h3 id=\"ox-clipboard-data\" style=\"text-align: center;\" data-ox-clipboard-id=\"1418d02b62494bf894bbdbe595d86a23:340478\" data-ox-operations=\"[{&quot;name&quot;:&quot;insertStyleSheet&quot;,&quot;styleId&quot;:&quot;ListParagraph&quot;,&quot;type&quot;:&quot;paragraph&quot;,&quot;styleName&quot;:&quot;List Paragraph&quot;,&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;indentLeft&quot;:1270,&quot;contextualSpacing&quot;:true,&quot;nextStyleId&quot;:&quot;ListParagraph&quot;}},&quot;parent&quot;:&quot;Normal&quot;,&quot;uiPriority&quot;:34},{&quot;name&quot;:&quot;splitParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[0,0]},{&quot;name&quot;:&quot;setAttributes&quot;,&quot;start&quot;:[0],&quot;attrs&quot;:{&quot;character&quot;:{&quot;fontName&quot;:null,&quot;fontNameSymbol&quot;:null,&quot;fontNameComplex&quot;:null,&quot;fontNameEastAsia&quot;:null,&quot;bold&quot;:null,&quot;italic&quot;:null,&quot;underline&quot;:null,&quot;strike&quot;:null,&quot;caps&quot;:null,&quot;vertAlign&quot;:null,&quot;baseline&quot;:null,&quot;color&quot;:null,&quot;fillColor&quot;:null,&quot;language&quot;:null,&quot;anchor&quot;:null,&quot;autoDateField&quot;:null,&quot;field&quot;:null,&quot;fontSize&quot;:null},&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;center&quot;,&quot;fillColor&quot;:null,&quot;lineHeight&quot;:null,&quot;tabStops&quot;:null,&quot;indentFirstLine&quot;:null,&quot;indentLeft&quot;:null,&quot;indentRight&quot;:null,&quot;nextStyleId&quot;:null,&quot;listLevel&quot;:null,&quot;listStyleId&quot;:null,&quot;listLabelHidden&quot;:null,&quot;listStartValue&quot;:null,&quot;outlineLevel&quot;:null,&quot;borderLeft&quot;:null,&quot;borderRight&quot;:null,&quot;borderTop&quot;:null,&quot;borderBottom&quot;:null,&quot;borderInside&quot;:null,&quot;contextualSpacing&quot;:null,&quot;marginTop&quot;:null,&quot;marginBottom&quot;:null,&quot;pageBreakBefore&quot;:null,&quot;pageBreakAfter&quot;:null},&quot;styleId&quot;:null}},{&quot;name&quot;:&quot;setAttributes&quot;,&quot;start&quot;:[0],&quot;attrs&quot;:{&quot;character&quot;:{&quot;fontName&quot;:null,&quot;fontNameSymbol&quot;:null,&quot;fontNameComplex&quot;:null,&quot;fontNameEastAsia&quot;:null,&quot;bold&quot;:null,&quot;italic&quot;:null,&quot;underline&quot;:null,&quot;strike&quot;:null,&quot;caps&quot;:null,&quot;vertAlign&quot;:null,&quot;baseline&quot;:null,&quot;color&quot;:null,&quot;fillColor&quot;:null,&quot;language&quot;:null,&quot;anchor&quot;:null,&quot;autoDateField&quot;:null,&quot;field&quot;:null,&quot;fontSize&quot;:null}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[0,0],&quot;text&quot;:&quot;Schinderhannes in Nonnweiler&quot;,&quot;attrs&quot;:{&quot;changes&quot;:{&quot;inserted&quot;:null,&quot;removed&quot;:null,&quot;modified&quot;:null},&quot;character&quot;:{&quot;fontSize&quot;:null,&quot;spellerror&quot;:null},&quot;styleId&quot;:null}},{&quot;name&quot;:&quot;setAttributes&quot;,&quot;start&quot;:[0,0],&quot;end&quot;:[0,13],&quot;attrs&quot;:{&quot;character&quot;:{&quot;fontSize&quot;:16}}},{&quot;name&quot;:&quot;setAttributes&quot;,&quot;start&quot;:[0,14],&quot;end&quot;:[0,17],&quot;attrs&quot;:{&quot;character&quot;:{&quot;fontSize&quot;:16}}},{&quot;name&quot;:&quot;setAttributes&quot;,&quot;start&quot;:[0,18],&quot;end&quot;:[0,27],&quot;attrs&quot;:{&quot;character&quot;:{&quot;fontSize&quot;:16}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[1],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;center&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[1,0],&quot;text&quot;:&quot;Nonnweiler Erinnerungen von Franz Johann&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[2],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;center&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[3],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[3,0],&quot;text&quot;:&quot;Dunkles Gew\u00f6lk jagte unter den St\u00f6\u00dfen des Herbststurmes \u00fcber den sp\u00e4tnachmittaglichen Novemberhimmel. Brausend kam es herangeweht aus Nordwesten, warf sich mit unheimlicher Wucht gegen die Strohd\u00e4cher des kleinen Hochwalddorfes, brach sich in dem m\u00e4chtigen langgestreckten Forst des \\&quot;Kahlenberges\\&quot;. Die m\u00e4chtigen Eichen, die starken Buchen erzitterten unter der wuchtigen Last dieses Sturmes und der eine oder der andere dieser Baumriesen, der in seinem Mark morsch oder faul war, hatte schon krachend zur Erde fallen m\u00fcssen.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[4],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[4,0],&quot;text&quot;:&quot;Die Wetterfahne auf der Turmspitze der im Jahre 1787 neuerbauten Pfarrkirche zu Nonnweiler, St. Hubertus mit dem Schl\u00fcssel darstellend, kam \u00fcberhaupt nicht mehr zur Ruhe, unerm\u00fcdlich wurde sie hin und her geworfen. Auf dem nach Norden gelegenen \\&quot;Hoch Meil\\&quot; und dem nach S\u00fcdosten langgezogenen R\u00fccken des Peterberges hatte es am Morgen wei\u00df geleuchtet. In der vergangenen Nacht war der erste Schnee dort gefallen, es ging auf den Winter zu. Die Dunkelheit brach heute fr\u00fcher herein als sonst, und zu dem Sturm gesellten sich jetzt klatschende Regeng\u00fcsse, untermischt mit eiskalten Hagelschauern. Sp\u00e4therbst im Hochwald. Man schrieb das Jahr 1801.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[5],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[5,0],&quot;text&quot;:&quot;In der stillen Studierstube seines Pfarrhofes sa\u00df Herr Wilhelm T o r s c h. Recht gem\u00fctlich war es hier drinnen, wenn die Birkenkl\u00f6tze im Ofen krachten und wohlige W\u00e4rme verbreiteten, der Sturm mit unverminderter Gewalt um Pfarrhof und Kirche heulte und prasselnder Regen an die Fensterscheiben schlug.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[6],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[6,0],&quot;text&quot;:&quot;Aber das Antlitz des Pfarrers dr\u00fcckte alles andere aus als Gem\u00fctlichkeit. Sorgen umd\u00fcsterten seine Stirn. Ja, Sorgen waren \u00fcberhaupt in den letzten Jahren seine st\u00e4ndigen Begleiter gewesen. Da war, von seinem Vorg\u00e4nger begonnen, der notwendige Neubau der Pfarrkirche. Alles war erwogen, die Finanzierung im allgemeinen sichergestellt, der Bau begonnen, da brach eines Tages der ganze sch\u00f6ne Plan auseinander. Die beiden D\u00f6rfer Otzenhausen und Schwarzenbach, die zur Pfarrei St.Hubertus, Nonnweiler, geh\u00f6rten, machten sich selbst\u00e4ndig, verweigerten Hand- und Spanndienste und bauten sich eine eigene Kirche. Nur Nonnweiler, mit den beiden Fillialen Bierfeld und Mariah\u00fctte, waren St.Hubertus zur seelsorgerischen T\u00e4tigkeit verblieben, nur mit einer ganz erheblich verminderten Seelenzahl konnte der Bau der Kirche weitergef\u00fchrt werden. Zwar hatte das baupflichtige Stift Pfalzel einen gro\u00dfen Teil der Baukosten \u00fcbernommen, die Nonnweiler vierzen freien Bauern, mancher Eingesessene der filiale Bierfeld und nicht zuletzt die Familie Gottbill, Mariah\u00fctte, hatten ihre Schuldigkeit getan, aber trotzdem war Herrn Torsch ein schweres St\u00fcck Arbeit verblieben, um den Kirchnbau finanziell unter Dach und Fach zu bringen. Die Mehrzahl seiner Pfarrkinder waren kleine Leute, Tagel\u00f6hner, Nagelschmiede, mit einem Haus voll Kinder, hatten kaum das Notwendigste zum Nagen und Bei\u00dfen, und mit dem guten Willen dieser braven Leutchen allein war es bestimmt nicht getan.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[7],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[7,0],&quot;text&quot;:&quot;Der Pfarrer r\u00fcckte die Brille zurecht, durchbl\u00e4tterte eine Sto\u00df Papiere, pr\u00fcfte und rechnete und seufzte schlie\u00dflich erleichtert auf, er konnte den Schlu\u00dfstrich unter die Bilanz \\&quot;Kirchenbau\\&quot; ziehen: \\&quot;Die Sache war im Lot, Gott sei Dank.\\&quot; Sein Blick suchte das gro\u00dfe braune Eichenkreuz, das \u00fcber einem Betschemel ihm gegen\u00fcber an der Wand hing, und es schien f\u00fcr einige Augenblicke, als sollte der sorgende Gesichtsausdruck einem stillen, versonnenen L\u00e4cheln Platz machen -- Er griff zu der l\u00e4ngst kalt gewordenen langen Pfeife, entz\u00fcndete sie mit Stahl und Schwamm, blies nachdenklich den Rauch vor sich hin und horchte auf das Tosen des Herbststurmes, der mit unverminderter Gewalt weiterw\u00fctete.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[8],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[8,0],&quot;text&quot;:&quot;Doch da waren sie schon wieder, die Sorgen, wenn auch andere, daf\u00fcr nicht mindere. Er \u00fcberdachte den am letzten Sonntag gefeierten Hubertustag, das Patronatsfest der Pfarrei. Wie war doch dieses Fest in den fr\u00fcheren Jahren gefeiert worden? In kirchlicher und weltlicher Hinsicht einwandfrei, denn der \\&quot;Hubertustag\\&quot; mit dem \\&quot;Haupertsmarkt\\&quot; war der gr\u00f6\u00dfte Tag im Jahr; berief sich doch der Urstamm der Nonnweiler Bauern allein schon dem Namen nach auf diesen Tag seit 800 Jahren. Und jeder Bauernbursche, der das Jahr \u00fcber vielleicht etwas zu sparsam mit seinem Taschengelde umging, an diesem Tage, da durfte es etwas kosten. Wenn der alte Bauer nach dem festlichen Mittagessen an Haupertssonntag den verschn\u00fcrten Lederbeutel umst\u00e4ndlich aus der Tasche zog und seinen Buben das Kirmesgeld in blanken \\&quot;Theresienthalern\\&quot; auf den Eichentisch z\u00e4hlte, diesen feierlichen Augenblick gab es nur einmal im Jahr.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[9],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[9,0],&quot;text&quot;:&quot;Jawohl am \\&quot;Haupertstag\\&quot;, da durfte, da mu\u00dfte es etwas kosten. Und wie war es nun dieses Jahr gewesen? Herr Torsch sinnierte weiter. Gewi\u00df, im allgemeinen noch wie ehedem. Aber die richtige Festfreude, die echte Stimmung zu diesem hohen Tage war in diesem Jahr nicht aufgekommen, denn Wirren und Unruhe waren im Lande. Die Kriegsereignisse der letzten Jahre waren nicht spurlos vorbeigegangen.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[10],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[10,0],&quot;text&quot;:&quot;Preu\u00dfische und kaiserliche Truppen hatte man auf dem Vormarsch gegen Westen wochenlang beherrbergen m\u00fcssen, und aus \u00a0diesem Vormarsch war nur allzubald ein R\u00fcckzug mit allen Begleiterscheinungen geworden. Darauf waren die franz\u00f6sischen Revolutionstruppen gefolgt und hatten das Recht des Siegers f\u00fcr sich in Anspruch genommen. Dann kam das Heer der Nachz\u00fcgler, die Kranken und Marodeure. Die Cholera war eingeschleppt worden und hatte auch in Nonnweiler und den benachbarten D\u00f6rfern ihre Opfer gefordert, es waren f\u00fcrwahr harte Zeiten gewesen.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[11],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[11,0],&quot;text&quot;:&quot;Zudem machte sich augenblicklich lichtscheues Gesindel \u00fcberall breit, Weg und Steg waren nicht mehr sicher. War es an der belgischen Grenze die \\&quot;Brabanterbande\\&quot; unter Picard, im Moseltal und der angrenzenden Eifel die \\&quot;Moselbande\\&quot; unter dem ber\u00fcchtigten Johann M\u00fcller, so wurden Hochwald, Hunsr\u00fcck und das Nahegebiet in Atem gehalten durch Johannes B\u00fcckler, genannt \\&quot;Schinderhannes\\&quot;, mit seinen Gesellen.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[12],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[12,0],&quot;text&quot;:&quot;Wenn man dem R\u00e4uberhauptmann auch manches Gute nachsagte, da\u00df sei verwerfliches Tun und Treiben sich nur gegen den Besitz richtete, ja, da\u00df er schon manch armem Teufel geholfen hatte, die Namen seiner gesellen waren desto furchterregender.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[13],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[13,0],&quot;text&quot;:&quot;Ob der \\&quot;rote Fink\\&quot; oder der \\&quot;schwarze Peter\\&quot;, der \\&quot;M\u00fcller Hannes\\&quot; genannt \\&quot;Butla\\&quot;, oder der \\&quot;Kirstian Reinhard\\&quot;, der \\&quot;Husaren-Phillip\\&quot; oder der \\&quot;jakob Pron\\&quot;, ob ein \\&quot;Zughetto\\&quot; oder \\&quot;Blackenklos\\&quot;, alle diese Namen erzeugten Furcht und Entsetzen.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[14],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[14,0],&quot;text&quot;:&quot;Offener Raub, Gewalt und Mord waren an der Tagesordnung, und gerade in den letzten Monaten war es besonders schlimm gewesen. Was n\u00fctzt es, da\u00df man die Fenster des Erdgeschosses mit vierkantigen Eisenst\u00e4ben, den sogenannten \\&quot;Tralljen\\&quot;, vergitterte, die oben und unten in den Fensterstein eingestemmt wurden, mit einem schweren Balken rammten die R\u00e4uber bei ihren n\u00e4chtlichen Unternehmungen die Haust\u00fcren zusammen und verschafften sich so mit brutaler Gewalt Einla\u00df.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[15],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[15,0],&quot;text&quot;:&quot;Erst vor zwei Monaten, im vergangenen September, hatte man auf diese Art im benachbarten S\u00f6tern das Haus des Mendel L\u00f6w gest\u00fcrmt, und als dieser sich mit der Axt in der Hand zur Wehr setzte, war er in seinem Hause kurzerhand durch einen R\u00e4uber niedergeschlagen worden. Auch der Mord an dem Steuereinnehmer Anton Linden im Hermeskeiler Wald im verflossenen M\u00e4rz war och in allgemeiner Erinnerung und bis jetzt noch nicht aufgekl\u00e4rt. Man ging dazu \u00fcber, in allen Orten einen Selbstschutz zu bilden und bei n\u00e4chtlichem R\u00e4uberangriff die Kirchenglocken zu l\u00e4uten. Trat dieser Fall ein, dann war meistens das Schl\u00fcsselloch der Kirchent\u00fcre mit Sand oder Steinchen verstopft, und bis die Glocken das schlafende Dorf in Alarm setzten, hatten die R\u00e4uber l\u00e4ngst den Schauplatz ihrer T\u00e4tigkeit verlassen.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[16],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[16,0],&quot;text&quot;:&quot;Zudem hatte \\&quot;Schinderhannes\\&quot; fast in jedem Dorf seine Freunde und Hehler, und es ging das heimliche Gerede, da\u00df ein B\u00fcrger aus Nonnweiler, der ihm gelegentlich einmal \\&quot;gef\u00e4llig gewesen\\&quot;, zum Dank und als Talismann von dem R\u00e4uberhauptmann dessen Signalpfeife erhalten habe. Ja es waren harte Zeiten, und Herr Torsch st\u00fctzte sorgenvoll das Haupt.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[17],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[17,0],&quot;text&quot;:&quot;Der Sturm hatte inzwischen etwas nachgelassen. Es schien auch, als sollte der Regen schw\u00e4cher werden.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[18],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[18,0],&quot;text&quot;:&quot;Ab und zu h\u00f6rte man das Rauschen der durch den starken Regen angeschwollenen Prims aus dem Tale herauf, dazwischen den hellen Klang des Hammers von dem dem Pfarrhofe gegen\u00fcberliegenden Eisenwerk jenseits des Baches. Herr Torsch trat ans Fenster und sah in die Nacht hinaus. Rotgl\u00fchender Schein stand unten in den erblindeten Fenstern des Hammerwerkes, die Walzer waren an der Arbeit. Von der Scheidm\u00fchle her\u00fcber klang kreischender S\u00e4teton, dort wurde das gewalzte vierkantige Nageleisen auf seine bestimmte L\u00e4nge zugeschnitten.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[19],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[19,0],&quot;text&quot;:&quot;Der Pfarrer lie\u00df sie alle an seinem geistigen Auge vorbeiziehen, die ru\u00dfigen Gestalten im Schurzfell, die jetzt da unten zur Nachtzeit, wo andere Menschen ausruhten, ihrer schweren Arbeit nachgingen, um dem rotgl\u00fchenden Eisen die gew\u00fcnschte Form und Gestalt zu geben. Meistens Kinder seiner Pfarrei, auch ein bestimmter Teil aus dem benachbarten Ort Otzenhausen. Es waren lauter brave Kerle, er kannte die meisten von ihnen in- und auswendig. Ein flei\u00dfiges Arbeitervolk, treu und zuverl\u00e4ssig, wenn sie sich auch einmal ab und zu einen Eimer Brannwein aus der alten Fuhrmannsschenke an der Primsbr\u00fccke her\u00fcberholten und dazu das angestimmte Lied der \\&quot;Nonnweiler Walzer\\&quot; sangen. Was tat es, die Zeiten waren hart, auch f\u00fcr die M\u00e4nner des Nonnweiler Hammerwerkes.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[20],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[20,0],&quot;text&quot;:&quot;Eben hatte die alte Schwarzw\u00e4lderuhr schnarrend zum Schlage ausgeholt, 10.30 Uhr. Herr Torsch trat an das gegen\u00fcberliegende Fenster und warf noch einen Blick in der Richtung seines schlafenden Pfarrdorfes, da pl\u00f6tzlich erklang die Flurglocke.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[21],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[21,0],&quot;text&quot;:&quot;Was mochte das sein? \u00c4u\u00dferlich ruhig, doch mit einem leisen innerlichen Beben, nahm der Pfarrer die Lampe und ging zur Haust\u00fcre. Man konnte ja nie wissen. Vorsichtig \u00f6ffnete er das \\&quot;Guckloch\\&quot;, ein \u00a0ebenso vorsichtiges Fragen, doch nach der erhaltenen Antwort war jede Furcht unbegr\u00fcndet. Ein Kind seiner Pfarrei, der Knecht Simon aus Bierfeld, stand vor der Haust\u00fcre, die der Pfarrer jetzt \u00f6ffnete. \\&quot;Was bringst du, Simon, zu so sp\u00e4ter Stunde?\\&quot; war die Frage. \\&quot;Hochw\u00fcrden\\&quot;, stammelte der Bursche, noch atemlos vom raschen Lauf, indessen das Wasser von seinen groben Kotzen triefend um ihn her gleich eine Lache bildete. \\&quot;Hochw\u00fcrden, kommen Sie gleich, der alte Mattesbauer liegt im Sterben, er verlangt nach dem Sakrament\\&quot;. \\&quot;Gut, ich mache mich gleich fertig\\&quot;, war die Antwort des Pfarrers, \\&quot;gehe inzwischen den K\u00fcster wecken, er soll alles vorbereiten, gleich komme ich nach.\\&quot;&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[22],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[22,0],&quot;text&quot;:&quot;Der Knecht entfernte sich, w\u00e4hrend Herr Torsch nach seinen Stiefeln griff und nach der Jungfer Kathrein, seiner Haush\u00e4lterin, rief. Lamentierend erschien die alte Kathrein gleich auf der Bildfl\u00e4che. \\&quot;Wie, ein Versehgang in dunkler Nacht und bei diesem f\u00fcrchterlichen Wetter, konnte der Mattesbauer nicht warten mit der Sterben, bis es Tag war?\\&quot; Und zudem allein bliebe sie in dieser R\u00e4uberzeit bei Nacht unter keinen Umst\u00e4nden im Pfarrhause, nein, unter keinen Umst\u00e4nden. \\&quot;Wenn ein Sterbender ruft, kenne ich nur eines: diesem Ruf folgen, ob bei Tag oder Nacht\\&quot;, war die ruhige Antwort des Pfarrers. \\&quot;Aber zu deiner pers\u00f6nlichen Sicherheit werde ich den Nachbar, den Geigerbauer, wecken, dessen Sohn und ein Knecht k\u00f6nnen dir Gesellschaft leisten, bis ich zur\u00fcckkomme.\\&quot; Der Pfarrer warf einen Mantel um, dr\u00fcckte einen breitrandigen Hut in die Stirne und verlie\u00df das Haus. Am Fenster seines Nachbars Geiger klopfte er und bat denselben, seinen Sohn und einen Knecht in den Pfarrhof zu schicken, damit die Kathrein sich beruhige.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[23],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[23,0],&quot;text&quot;:&quot;Sohn und Knecht des Bauern waren innerhalb weniger Minuten hin\u00fcbergewechselt, der Pfarrer eilte zur Kirche. Hier hatte der K\u00fcster, der damals neben der Kirchte wohnte, alle Vorbereitungen zu einem n\u00e4chtlichen Versehgang getroffen und nur wenige Minuten sp\u00e4ter verlie\u00dfen drei M\u00e4nner die Kirche. Voraus ging der Knecht Simon, die Laterne tragend, neben ihm der K\u00fcster, beide mit lauter Stimme den Rosenkranz betend, dicht aufgeschlossen folgte der Pfarrer.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[24],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[24,0],&quot;text&quot;:&quot;Schweigend unter seinen Strohd\u00e4chern, in tiefem Schlafe, lag das stille Dorf. Nirgends ein Lichtschimmer, nur in der Fuhrmannschenke an der Primsbr\u00fccke war noch Leben und Treiben. Ab und zu drangen die verwehten abgerissenen Kl\u00e4nge eines Liedes in die n\u00e4chtliche Stille und eben waren zwei Fuhrwerke auf dem holperigen Steinpflaster vor der Schenke angefahren. Anscheinend wollten die Knechte sich noch st\u00e4rken mit einem Trunk, denn der Weg bis zur n\u00e4chsten Haltestelle, das \\&quot;Neuhaus bei Osburg\\&quot; oder das \\&quot;Hinkelhaus\\&quot; bei Waldrach, waren noch weit.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[25],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[25,0],&quot;text&quot;:&quot;Inzwischen hatte der Pfarrer mit seinen Begleitern die H\u00f6he am Nordausgang des Dorfes erreicht. W\u00fctend warf sich ihnen hier oben der Sturm entgegen, die Laterne drohte zu verl\u00f6schen, da klang ihnen pl\u00f6tzlich aus der Dunkelheit ein lautes \\&quot;Halt\\&quot; entgegen.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[26],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[26,0],&quot;text&quot;:&quot;Die drei M\u00e4nner standen und der K\u00fcster schlug hastig das Kreuz. Doch eine Furcht war unbegr\u00fcndet. Vier berittene, franz\u00f6sische Gendarmen auf n\u00e4chtlicher Streife, waren hier f\u00fcr einige Minuten abgesessen. Nach kurzem Wortaustausch zwischen dem Pfarrer und dem F\u00fchrer der Gendarmen gab letzerer den Weg nach Bierfeld frei.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[27],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[27,0],&quot;text&quot;:&quot;Stumm, mit gezogenem K\u00e4ppi, standen vier Reiter bei ihren Pferden, als der Pfarrer mit seinen Begleitern den Weg nach Bierfeld einschlug, um einem Sterbenden die letzte Tr\u00f6stung zu bringen.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[28],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[28,0],&quot;text&quot;:&quot;Nach kurzer Verst\u00e4ndigung untereinander teilten sich die Gendarmen. Zwei von ihnen schlugen den Weg nach Kostenbach ein, die beiden anderen ritten durch das n\u00e4chtliche Nonnweiler, um nach einem kurzen Halt an der Stra\u00dfenkreuzung am Nonnweiler Hammerwerk den Weg nach Otzenhausen einzuschlagen.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[29],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[29,0],&quot;text&quot;:&quot;In der Fuhrmannsschenke an der Primsbr\u00fccke ging es hoch her, die \\&quot;Walzerbuben\\&quot; und die \\&quot;Eisenschneider\\&quot; hatten sich zu einem fr\u00f6hlichen Trunk zusammengefunden. Lustig klangen die Gl\u00e4ser aneinander, das \\&quot;Nonnweiler Walzerlied\\&quot; stieg auf, der junge N\u00e4zer hatte es angestimmt. \\&quot;Das Schwungrad dreht sich im Zirkel herum\\&quot;. \u00dcberhaupt dieser N\u00e4zer, er war von allen der lustigste. Beide Augen hatte er zudem auf die dralle Schenkmagd, die \\&quot;blonde Gret\\&quot; geworfen, und allem Anschein nach war auch die Gret ihm icht abhold.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[30],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[30,0],&quot;text&quot;:&quot;Er ahnte es ja damals noch nicht, da\u00df knapp eineinhalb Jahrzehnte sp\u00e4ter eben dieses besungene Schwungrad ihm den fr\u00fchen Tod bringen sollte. Bei einer Reparatur im gro\u00dfen Blasebalg w\u00e4hrend der Mittagspause wurde er durch die Unachtsamkeit des \\&quot;Fallen-Buben\\&quot;, der zu fr\u00fch den Lauf des Wassers \\&quot;auf das Rad\\&quot; kehrte, in dem Balg zu Tode gedr\u00fcckt, seine arme Gret mit neun unversorgten Kindern in Not und Armut zur\u00fccklassend. Nein, das ahnte er damals noch nicht. Und von neuem wurden die Gl\u00e4ser gef\u00fcllt, von neuem \\&quot;Prost\\&quot; getrunken und ein neues Lied angestimmt.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[31],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[31,0],&quot;text&quot;:&quot;An einem anderen Tische sa\u00df ein kr\u00e4ftiger, st\u00e4mmiger Bursche aus Nonnweiler, der \\&quot;Schneid-Pitter\\&quot;. Auch er bewarb sich um die Gunst der blonden Gret, war aber anscheinend seinem Nebenbuhler gegen\u00fcber ins Hintertreffen geraten. Sonst gutm\u00fctig von Natur, dazu ein begeisterter S\u00e4nger, konnte er im trunk recht kratzb\u00fcrstig sein. Dazu war er von einer ungew\u00f6hnlichen K\u00f6rperkraft und in der ganzen Gegend wagte sich kein Bursche mit ihm anzubinden, man sagte sogar, er f\u00fcrchte sich nicht einmal vor dem Teufel. In der \\&quot;Schneidm\u00fchle\\&quot; war Pitter als Eisenschneider besch\u00e4ftigt, war auch der Zeit entsprechend oft mit dem Fuhrwerk seines Arbeitgebers unterwegs und nun war er erst vor einigen Tagen von \\&quot;gro\u00dfer Fahrt\\&quot; heimgekehrt. Weit, sehr weit war das Ziel gewesen. Im Auftrage der Gottbillschen Werksleitung hatte er mit zweisp\u00e4nnigem Fuhrwerk eine Ladung geb\u00fcndelter Nageleisen bis nach Ungarn gebracht, mutterseelenallein, ohne Beifahrer, nur auf sich allein gestellt, so hatte er die Fahrt zur\u00fcckgelegt, zu vollsten Zufriedenheit seines Auftraggebers, und dabei auch f\u00fcr seine Person ein St\u00fcck Geld verdient.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[32],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[32,0],&quot;text&quot;:&quot;Stets trug er seitdem die lederne, mit breiten Messingn\u00e4geln beschlagene Geldkatze umgeschnallt, und wenn auch der junge N\u00e4zer behauptete, diesselbe sei leer und w\u00fcrde nur von seinem Besitzer getragen, um \\&quot;seiner Gret\\&quot; zu imponieren, die Walzerbuben waren anderer Ansicht.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[33],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[33,0],&quot;text&quot;:&quot;\\&quot;Schneid Pitter\\&quot; go\u00df einen doppelten Korn nach dem anderen hinunter, denn die Stimmung der anderen Burschen mi\u00dffiel ihm. Und da\u00df die Gret ihn so nebenbei behandelte, steigerte ihn in eine heimliche Wut. Als nun der N\u00e4zer von neuem ein Lied anstimmte, dabei einen feurigen Blick dem Schankm\u00e4dchen zuwarf, war es mit der Sebstbeherrschung des kr\u00e4ftigen Burschen aus und vorbei. Einen Faustschlag auf den gro\u00dfen Tisch, an dem seine Arbeitskameraden sa\u00dfen, so da\u00df die Gl\u00e4ser durcheinander kollerten, einen graulichen ungarischen Fluch aussto\u00dfend, ri\u00df er die Geldkatze von der H\u00fcfte und \\&quot;Bassi -- malecki -- ti remmdi -- demm!\\&quot; knallte er diesselbe auf die Tischplatte, da\u00df die Marien-Theresien-Thaler und mehrere Goldst\u00fccke \u00fcber den Fu\u00dfboden fegten. Mit diesem Kraftausdruck war sein Gem\u00fct beruhigt, er go\u00df noch einen \\&quot;Doppelten\\&quot; hinunter und legte sich auf die Bank, brummte noch einmal \\&quot;Bassi -- malecki\\&quot; und war eingeschlafen.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[34],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[34,0],&quot;text&quot;:&quot;Die \\&quot;Walzerbuben\\&quot; hatten inzwischen die auf dem Fu\u00dfboden verstreuten Geldst\u00fccke zusammengesucht, gez\u00e4hlt und mit der Geldkatze dem Wirt \u00fcbergeben. Morgen w\u00fcrde ihr Freund alles wieder erhalten. Mit zwei Fuhrknechten aus Nonnweiler, die Mariah\u00fctter Eisenwaren geladen hatten und diese Fracht nach Trier bringen sollten, war auch ein junger Forstmann in die Schenke an der Primsbr\u00fccke eingekehrt. Er war beritten von Schlo\u00df Dagstuhl gekommen und sollte eine Nachricht seines Freiherrn nach der Oberf\u00f6rsterei Drohnecken bringen. Der \\&quot;Hermeskeiler Wald\\&quot; war unsicher. Aus diesem Grunde hatten sich Fuhrknechte und Forstmann zusammengeschlossen und dachten, bis Hermeskeil die Fahrt gemeinsam fortzusetzen.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[35],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[35,0],&quot;text&quot;:&quot;Auch die beiden franz\u00f6sischen Gendarmen, die befehlsgem\u00e4\u00df ihre Streife nach Otzenhausen, \u00a0Abzweigung Z\u00fcsch, ausgedehnt hatten, waren auf dem R\u00fcckweg an der Fuhrmannsschenke abgesessen, hatten ihre Pferde gleich dem Dagstuhler Forstmann, drau\u00dfen am Ring angebunden und betraten die Gaststube. Beide lie\u00dfen sich an einem freien Tisch am Fenster nieder, bestellten einen Trunk und begannen Karten zu spielen. Es ging allm\u00e4hlich \u00fcber Feierabend, aber so lange die Gendarmen sa\u00dfen, konnte der Wirt beruhigt sein. -- Da trat ein sp\u00e4ter Gast in die Schankstube, der Viehh\u00e4ndler Johann Georg Scheerer aus der Hermeskeiler Gegend.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[36],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[36,0],&quot;text&quot;:&quot;Sein stechender fl\u00fcchtiger Blick \u00fcbersah kurz die Gaststube, dann nahm er an dem Tische Platz, an dem der alte Meyer aus Nonnweiler sa\u00df. Beide begr\u00fc\u00dften sich als alte Bekannte und waren bald in ein leise gef\u00fchrtes Gespr\u00e4ch vertieft.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[37],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[37,0],&quot;text&quot;:&quot;Um die Karten spielenden Gendarmen hatte sich ein Kreis von Zuschauern gebildet, Walzerbuben und Fuhrknechte. Der Dagstuhler Forstmann hatte anscheinend Geld zuviel, auch er war an dem Spiel beteiligt und hatte schon einen ansehnlichen Betrag verloren. Auch der reiche Viehh\u00e4ndler sah eine Weile zu, um dann ebenfalls am Spiele teilzunehmen. Im Handumdrehen hatte auch er einen hohen Geldbetrag verloren, der aber zum gr\u00f6\u00dften Teil in die Tasche des Forstmannes wanderte. Auch die beiden Gendarmen hatten den gr\u00f6\u00dften Teil ihres Gewinnes wieder an den urspr\u00fcnglichen Verlierer zur\u00fcckzahlen m\u00fcssen, als man sich auf Vorschlag des Viehh\u00e4ndlers entschlo\u00df die Eins\u00e4tze zu verdoppeln.\u00a0&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[38],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[38,0],&quot;text&quot;:&quot;Das Gespr\u00e4ch w\u00e4hrend des Spieles drehte sich, neben den gebr\u00e4uchlichen Redensarten um das Wetter, um die verflossenen Kirmestage, auch um die unruhigen Zeiten, um Schinderhannes und seine Gesellen. Der \u00e4ltere der Gendarmen, mit Namen Adams, konnte sich nicht genug tun in lauter Verw\u00fcnschungen \u00fcber B\u00fcckler und seine Gesellen.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[39],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[39,0],&quot;text&quot;:&quot;Scheerer, der mittlerweile eine bedeutende Summe an den Forstmann und einen der Gendarmen verloren hatte, schmi\u00df jetzt pl\u00f6tzlich mit einem Fluche die Karten hin und bezichtigte letzteren des Falschspielens. Ein lauter Tumult entstand, in den sich sogar die Zuschauer einmischten. Der Forstmann, der den gr\u00f6\u00dften Teil des am Spiel verlorenen Geldes als Gewinn in der Tasche hatte, verlie\u00df den Schankraum, um, wie er sagte, nach seinem Pferde zu sehen, indessen der ausgebrochene Tumult in T\u00e4tlichkeiten auszuarten drohte.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[40],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[40,0],&quot;text&quot;:&quot;Beschwichtigend, mengte sich der Schankwirt unter die Streitenden, bat und drohte, und aus der Tiefe der langen Bank klang in knurrendem Tone ein Schwall ungarischer derber Fl\u00fcche des zu neuem Leben erwachten Pitter.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[41],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[41,0],&quot;text&quot;:&quot;Da -- pl\u00f6tzlich ein schmetternder Schlag. Ein Fensterkreuz brach entzwei, Holzst\u00fccke und Glasscherben fegten \u00fcber den Tisch, an dem vorher die Kartenspieler sa\u00dfen. Drau\u00dfen sa\u00df der Dagstuhler Forstmann im Sattel, zw\u00e4ngte l\u00e4chelnd sein Gesicht zwischen die Gitterst\u00e4be und sprach laut und verehmlich in die erschrockene Menge: \\&quot;Ihr alle, vor allem ihr Gendarmen, ihr wollt den Schinderhannes suchen, nun merket auf und beseht euch denselben genau, n\u00e4mlich ich bin es\\&quot;. Sprach's und warf den Gaul herum.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[42],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[42,0],&quot;text&quot;:&quot;Kanternde Hufe spr\u00fchten auf dem Kopfsteinpflaster Funken, ein Hohnlachen und drei gellende Pfiffe hallten durch die Nacht. Das Rauschen der angeschwollenen Prims, vermischt mit dem L\u00e4rm des Hammerwerkes, verschlangen mit der Dunkelheit Ro\u00df und Reiter.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[43],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[43,0],&quot;text&quot;:&quot;Die Gendarmen st\u00fcrzten zu ihren Pferden mit gezogenen Pistolen, wollten aufsitzen, aber siehe, die Sattelgurten waren durchschnitten, eine Verfolgung war vorerst unm\u00f6glich. Die Walzerbuben eilten zum Glockenturm, zogen die Str\u00e4nge und alarmierten das Dorf.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[44],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[44,0],&quot;text&quot;:&quot;\u00dcberall flammten Lichter auf, auf dem Kirchplatz versammelten sich die Dorfbewohner zur Abwehr des Gef\u00fcrchteten, in ihrer Mitte der Pfarrer, der inzwischen vom Versehgang zur\u00fcckgekehrt war. Aber der L\u00e4rm war umsonst, Schinderhannes war und blieb verschwunden.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[45],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[45,0],&quot;text&quot;:&quot;Ob nun die drei gellenden Pfiffe bei seinem Davonreiten in die Nacht dem Viehh\u00e4ndler Scheerer oder dem alten Meyer gegolten hatten, wer wei\u00df es? Und ob er seinen n\u00e4chtlichen Ritt bis zur Z\u00fcscher M\u00fchle oder sogar noch weiter, nach Tiergarten oder zur Treberhaush\u00fctte auf H\u00fcttgeswasen ausdehnte, das war nie zu erfahren.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[46],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[46,0],&quot;text&quot;:&quot;Jedenfalls fand der alte F\u00f6rster B\u00fchler am n\u00e4chsten Morgen im \\&quot;Kahlenberg\\&quot;, an der Wegegabel zur M\u00fchle, einen Zettel an einen Baum geheftet mit der Inschrift: \\&quot;Den Armen tun wir nichts, den Reichen schad' es nichts. Merkt's. Johannes durch den Wald.\\&quot;\u00a0&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[47],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[47,0],&quot;text&quot;:&quot;Aber auch einen Johannes B\u00fcckler erreichte das Schicksal. Am 21. November 1803, nachmittags 1 Uhr, fand er mit 19 seiner Gesellen vor dem Wei\u00dfenauer Tor in Mainz den Tod durch Henkershand.&quot;},{&quot;name&quot;:&quot;insertParagraph&quot;,&quot;start&quot;:[48],&quot;attrs&quot;:{&quot;paragraph&quot;:{&quot;alignment&quot;:&quot;left&quot;}}},{&quot;name&quot;:&quot;insertText&quot;,&quot;start&quot;:[48,0],&quot;text&quot;:&quot;Sein gef\u00fcrchteter Name sowie die seiner noch mehr gef\u00fchrteten Gesellen lebten noch Jahrzehntelang unter der Bev\u00f6lkerung von Hochwald, Hunsr\u00fcck und Nahe fort.&quot;}]\" data-ox-origin=\"io.ox\/office\/text\/ooxml\" data-ox-origin-id=\"hidrive:\/\/1\/b1515570426\\.1172.hidrive:\/\/1\/b1515570426\\.1172\/b1515570426\\.1182\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\"><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Schinderhannes<\/span><span lang=\"de-DE\"> in <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Nonnweiler<\/span><\/span><\/h3>\n<h5 style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\"><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Nonnweiler<\/span><span lang=\"de-DE\"> Erinnerungen von Franz Johann<\/span><\/span><\/h5>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1128 aligncenter\" src=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Bild1-122x300.png\" alt=\"\" width=\"122\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Bild1-122x300.png 122w, https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Bild1.png 176w\" sizes=\"(max-width: 122px) 100vw, 122px\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span lang=\"de-DE\">Dunkles Gew\u00f6lk jagte unter den St\u00f6\u00dfen des Herbststurmes \u00fcber den <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">sp\u00e4tnachmittaglichen<\/span><span lang=\"de-DE\"> Novemberhimmel. Brausend kam es <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">herangeweht<\/span><span lang=\"de-DE\"> aus Nordwesten, warf sich mit unheimlicher Wucht gegen die Strohd\u00e4cher des kleinen Hochwalddorfes, brach sich in dem m\u00e4chtigen <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">langgestreckten<\/span><span lang=\"de-DE\"> Forst des &#8222;<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Kahlenberges<\/span><span lang=\"de-DE\">&#8222;. Die m\u00e4chtigen Eichen, die starken Buchen erzitterten unter der wuchtigen Last dieses Sturmes und der eine oder der andere dieser Baumriesen, der in seinem Mark morsch oder faul war, hatte schon krachend zur Erde fallen m\u00fcssen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span lang=\"de-DE\">Die Wetterfahne auf der Turmspitze der im Jahre 1787 <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">neuerbauten<\/span><span lang=\"de-DE\"> Pfarrkirche zu <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Nonnweiler<\/span><span lang=\"de-DE\">, Sankt Hubertus mit dem Schl\u00fcssel darstellend, kam \u00fcberhaupt nicht mehr zur Ruhe, unerm\u00fcdlich wurde sie hin und her geworfen. Auf dem nach Norden gelegenen &#8222;Hoch <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Meil<\/span><span lang=\"de-DE\">&#8220; und dem nach S\u00fcdosten <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">langgezogenen<\/span><span lang=\"de-DE\"> R\u00fccken des <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Peterberges<\/span><span lang=\"de-DE\"> hatte es am Morgen wei\u00df <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">geleuchtet.<\/span><span lang=\"de-DE\"> In der vergangenen Nacht war der erste Schnee dort gefallen, es ging auf den Winter zu. Die Dunkelheit brach heute fr\u00fcher herein als sonst, und zu dem Sturm gesellten sich jetzt klatschende Regeng\u00fcsse, <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">untermischt<\/span><span lang=\"de-DE\"> mit eiskalten Hagelschauern. Sp\u00e4therbst im Hochwald. Man schrieb das Jahr 1801.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span lang=\"de-DE\">In der stillen <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Studierstube<\/span><span lang=\"de-DE\"> seines Pfarrhofes sa\u00df Herr Wilhelm T o r s c h. Recht gem\u00fctlich war es hier drinnen, wenn die Birkenkl\u00f6tze im Ofen krachten und wohlige W\u00e4rme verbreiteten, der Sturm mit unverminderter Gewalt um Pfarrhof und Kirche heulte und prasselnder Regen an die Fensterscheiben schlug.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span lang=\"de-DE\">Aber das Antlitz des Pfarrers dr\u00fcckte alles andere aus als Gem\u00fctlichkeit. Sorgen <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">umd\u00fcsterten<\/span><span lang=\"de-DE\"> seine Stirn. Ja, Sorgen waren \u00fcberhaupt in den letzten Jahren seine st\u00e4ndigen Begleiter gewesen. Da war, von seinem Vorg\u00e4nger begonnen, der notwendige Neubau der Pfarrkirche. Alles war erwogen, die Finanzierung im allgemeinen sichergestellt, der Bau begonnen, da brach eines Tages der ganze sch\u00f6ne Plan auseinander. Die beiden D\u00f6rfer <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Otzenhausen<\/span><span lang=\"de-DE\"> und <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Schwarzenbach<\/span><span lang=\"de-DE\">, die zur Pfarrei St. Hubertus <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Nonnweiler<\/span><span lang=\"de-DE\">\u00a0geh\u00f6rten, machten sich selbst\u00e4ndig, verweigerten Hand- und Spanndienste und bauten sich eine eigene Kirche. Nur <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Nonnweiler<\/span><span lang=\"de-DE\">, mit den beiden <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Filialen<\/span><span lang=\"de-DE\"> Bierfeld und <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Mariah\u00fctte<\/span><span lang=\"de-DE\">, waren St. Hubertus zur <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">seelsorgerischen<\/span><span lang=\"de-DE\"> T\u00e4tigkeit verblieben, nur mit einer ganz erheblich verminderten Seelenzahl konnte der Bau der Kirche weitergef\u00fchrt werden. Zwar hatte das <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">baupflichtige<\/span><span lang=\"de-DE\"> Stift <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Pfalzel<\/span><span lang=\"de-DE\"> einen gro\u00dfen Teil der Baukosten \u00fcbernommen, die <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Nonnweiler<\/span> <span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">vierzehn<\/span><span lang=\"de-DE\"> freien Bauern, mancher Eingesessene der F<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">iliale<\/span><span lang=\"de-DE\"> Bierfeld und nicht zuletzt die Familie <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Gottbill aus<\/span><span lang=\"de-DE\">\u00a0<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Mariah\u00fctte<\/span><span lang=\"de-DE\">, hatten ihre Schuldigkeit getan, aber trotzdem war Herrn <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Torsch<\/span><span lang=\"de-DE\"> ein schweres St\u00fcck Arbeit verblieben, um den <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Kirchenbau<\/span><span lang=\"de-DE\"> finanziell unter Dach und Fach zu bringen. Die Mehrzahl seiner Pfarrkinder waren kleine Leute, Tagel\u00f6hner, Nagelschmiede, mit einem Haus voll Kinder, hatten kaum das Notwendigste zum Nagen und Bei\u00dfen, und mit dem guten Willen dieser braven <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Leutchen<\/span><span lang=\"de-DE\"> allein war es bestimmt nicht getan.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span lang=\"de-DE\">Der Pfarrer r\u00fcckte die Brille zurecht, durchbl\u00e4tterte eine Sto\u00df Papiere, pr\u00fcfte und rechnete <\/span><span class=\"break-above-span\" lang=\"de-DE\">und seufzte schlie\u00dflich erleichtert auf, er konnte den <\/span><span class=\"break-above-span spellerror\" lang=\"de-DE\">Schlussstrich<\/span><span class=\"break-above-span\" lang=\"de-DE\"> unter die Bilanz &#8222;Kirchenbau&#8220; ziehen: &#8222;Die Sache war im Lot, Gott sei Dank.&#8220; Sein Blick suchte das gro\u00dfe braune Eichenkreuz, das \u00fcber einem <\/span><span class=\"break-above-span spellerror\" lang=\"de-DE\">Betschemel<\/span><span class=\"break-above-span\" lang=\"de-DE\"> ihm gegen\u00fcber an der Wand hing, und es schien f\u00fcr einige Augenblicke, als sollte der sorgende Gesichtsausdruck einem stillen, versonnenen L\u00e4cheln Platz machen.<\/span><span class=\"break-above-span\" lang=\"de-DE\">\u00a0Er griff zu der l\u00e4ngst kalt gewordenen langen Pfeife, entz\u00fcndete sie mit Stahl und Schwamm, blies nachdenklich den Rauch vor sich hin und horchte auf das Tosen des Herbststurmes, der mit unverminderter Gewalt <\/span><span class=\"break-above-span spellerror\" lang=\"de-DE\">weiterw\u00fctete.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\" style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\">Doch da waren sie schon wieder, die Sorgen, wenn auch andere, daf\u00fcr nicht mindere. Er \u00fcberdachte den am letzten Sonntag gefeierten Hubertustag, das Patronatsfest der Pfarrei. Wie war doch dieses Fest in den fr\u00fcheren Jahren gefeiert worden? In kirchlicher und weltlicher Hinsicht einwandfrei, denn der &#8222;Hubertustag&#8220; mit dem &#8222;Haupertsmarkt&#8220; war der gr\u00f6\u00dfte Tag im Jahr; berief sich doch der Urstamm der Nonnweiler Bauern allein schon dem Namen nach auf diesen Tag seit 800 Jahren. Und jeder Bauernbursche, der das Jahr \u00fcber vielleicht etwas zu sparsam mit seinem Taschengelde umging, an diesem Tage, da durfte es etwas kosten. Wenn der alte Bauer nach dem festlichen Mittagessen an Haupertssonntag den verschn\u00fcrten Lederbeutel umst\u00e4ndlich aus der Tasche zog und seinen Buben das Kirmesgeld in blanken &#8222;Theresienthalern&#8220; auf den Eichentisch z\u00e4hlte, diesen feierlichen Augenblick gab es nur einmal im Jahr.<\/span><\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\" style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\">Jawohl am &#8222;Haupertstag&#8220;, da durfte, da musste es etwas kosten. Und wie war es nun dieses Jahr gewesen? Herr Torsch sinnierte weiter. Gewiss, im allgemeinen noch wie ehedem. Aber die richtige Festfreude, die echte Stimmung zu diesem hohen Tage war in diesem Jahr nicht aufgekommen, denn Wirren und Unruhe waren im Lande. Die Kriegsereignisse der letzten Jahre waren nicht spurlos vorbeigegangen.<\/span><\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\" style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\">Preu\u00dfische und kaiserliche Truppen hatte man auf dem Vormarsch gegen Westen wochenlang beherbergen m\u00fcssen, und aus \u00a0diesem Vormarsch war nur allzubald ein R\u00fcckzug mit allen Begleiterscheinungen geworden. Darauf waren die franz\u00f6sischen Revolutionstruppen gefolgt und hatten das Recht des Siegers f\u00fcr sich in Anspruch genommen. Dann kam das Heer der Nachz\u00fcgler, die Kranken und Marodeure. Die Cholera war eingeschleppt worden und hatte auch in Nonnweiler und den benachbarten D\u00f6rfern ihre Opfer gefordert, es waren f\u00fcrwahr harte Zeiten gewesen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span lang=\"de-DE\">Zudem machte sich augenblicklich <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">lichtscheues<\/span><span lang=\"de-DE\"> Gesindel \u00fcberall breit, Weg und Steg waren nicht mehr sicher. War es an der belgischen Grenze die &#8222;<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Brabanterbande<\/span><span lang=\"de-DE\">&#8220; unter <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Picard<\/span><span lang=\"de-DE\">, im <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Moseltal<\/span><span lang=\"de-DE\"> und der angrenzenden Eifel die &#8222;<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Moselbande<\/span><span lang=\"de-DE\">&#8220; unter dem ber\u00fcchtigten Johann M\u00fcller, so wurden Hochwald, Hunsr\u00fcck und das <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Nahegebiet<\/span><span lang=\"de-DE\"> in Atem gehalten durch Johannes <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">B\u00fcckler<\/span><span lang=\"de-DE\">, genannt &#8222;<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Schinderhannes<\/span><span lang=\"de-DE\">&#8222;, mit seinen Gesellen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span lang=\"de-DE\">Wenn man dem <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">R\u00e4uberhauptmann<\/span><span lang=\"de-DE\"> auch manches Gute nachsagte, <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">dass<\/span><span lang=\"de-DE\">\u00a0sein verwerfliches Tun und Treiben sich nur gegen den Besitz richtete, ja, <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">dass<\/span><span lang=\"de-DE\"> er schon manch armem Teufel geholfen hatte, die Namen seiner Gesellen waren desto <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">furchterregender.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span lang=\"de-DE\">Ob der &#8222;rote Fink&#8220; oder der &#8222;schwarze Peter&#8220;, der &#8222;M\u00fcller Hannes&#8220; genannt &#8222;<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Buttla<\/span><span lang=\"de-DE\">&#8222;, oder der &#8222;K<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">ristian<\/span><span lang=\"de-DE\"> Reinhard&#8220;, der &#8222;<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Husaren-Phillip<\/span><span lang=\"de-DE\">&#8220; oder der &#8222;J<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">akob<\/span> <span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Porn<\/span><span lang=\"de-DE\">&#8222;, ob ein &#8222;<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Zughetto<\/span><span lang=\"de-DE\">&#8220; oder &#8222;<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Blackenklos<\/span><span lang=\"de-DE\">&#8222;, alle diese Namen erzeugten Furcht und Entsetzen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span lang=\"de-DE\"> <img decoding=\"async\" class=\"wp-image-3294 alignleft\" src=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Scan_20230417-2-190x300.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"584\" srcset=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Scan_20230417-2-190x300.jpg 190w, https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Scan_20230417-2-650x1024.jpg 650w, https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Scan_20230417-2-768x1211.jpg 768w, https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Scan_20230417-2.jpg 878w\" sizes=\"(max-width: 370px) 100vw, 370px\" \/><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span lang=\"de-DE\">Offener Raub, Gewalt und Mord waren an<\/span><\/span><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span lang=\"de-DE\"> der Tagesordnung, und gerade in den letzten Monaten war es besonders schlimm gewesen. Was n\u00fctzt es, <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">dass<\/span><span lang=\"de-DE\">\u00a0man die Fenster des Erdgeschosses mit vierkantigen Eisenst\u00e4ben, den sogenannten &#8222;<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Tralljen<\/span><span lang=\"de-DE\">&#8222;, vergitterte, die oben und unten in den Fensterstein <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">eingestemmt<\/span><span lang=\"de-DE\"> wurden, mit einem schweren Balken rammten die R\u00e4uber bei ihren n\u00e4chtlichen Unternehmungen die Haust\u00fcren zusammen und verschafften sich so mit brutaler Gewalt <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Einlass.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span lang=\"de-DE\">Erst vor zwei Monaten, im vergangenen September, hatte man auf diese Art im benachbarten <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">S\u00f6tern<\/span><span lang=\"de-DE\"> das Haus des Juden Mendel <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">L\u00f6w<\/span><span lang=\"de-DE\"> gest\u00fcrmt, und als dieser sich mit der Axt in der Hand zur Wehr setzte, war er in seinem Hause kurzerhand durch einen R\u00e4uber niedergeschlagen worden. Auch der Mord an dem Steuereinnehmer Anton Linden im <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Hermeskeiler<\/span><span lang=\"de-DE\"> Wald im verflossenen M\u00e4rz war n<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">och<\/span><span lang=\"de-DE\"> in allgemeiner Erinnerung und bis jetzt noch nicht aufgekl\u00e4rt. Man ging dazu \u00fcber, in allen Orten einen Selbstschutz zu bilden und bei n\u00e4chtlichem <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">R\u00e4uberangriff<\/span><span lang=\"de-DE\"> die Kirchenglocken zu l\u00e4uten. Trat dieser Fall ein, dann war meistens das Schl\u00fcsselloch der Kirchent\u00fcre mit Sand oder Steinchen verstopft, und bis die Glocken das schlafende Dorf in Alarm setzten, hatten die R\u00e4uber l\u00e4ngst den Schauplatz ihrer T\u00e4tigkeit verlassen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span lang=\"de-DE\">Zudem hatte &#8222;<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Schinderhannes<\/span><span lang=\"de-DE\">&#8220; fast in jedem Dorf seine Freunde und Hehler, und es ging das heimliche Gerede, <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">dass<\/span><span lang=\"de-DE\">\u00a0ein B\u00fcrger aus <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Nonnweiler<\/span><span lang=\"de-DE\">, der ihm gelegentlich einmal &#8222;gef\u00e4llig gewesen&#8220;, zum Dank und als <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Talisman<\/span><span lang=\"de-DE\">\u00a0von dem <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">R\u00e4uberhauptmann<\/span><span lang=\"de-DE\"> dessen <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Signalpfeife<\/span><span lang=\"de-DE\"> erhalten habe. Ja es waren harte Zeiten, und Herr <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Torsch<\/span><span lang=\"de-DE\"> st\u00fctzte sorgenvoll das Haupt.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\" style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\">Der Sturm hatte inzwischen etwas nachgelassen. Es schien auch, als sollte der Regen schw\u00e4cher werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span lang=\"de-DE\">Ab und zu h\u00f6rte man das Rauschen der durch den starken Regen angeschwollenen <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Prims<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> aus dem <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Tale<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> herauf, dazwischen den hellen Klang des Hammers von dem dem Pfarrhofe gegen\u00fcberliegenden Eisenwerk jenseits des Baches. Herr <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Torsch<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> trat ans Fenster und sah in die Nacht hinaus. <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Rotgl\u00fchender<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> Schein stand unten in den erblindeten Fenstern des Hammerwerkes, die Walzer waren an der Arbeit. Von der <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Schneidm\u00fchle<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> her\u00fcber klang kreischender <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">S\u00e4geton<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">, dort wurde das gewalzte vierkantige Nageleisen auf seine bestimmte L\u00e4nge zugeschnitten.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span class=\"\" lang=\"de-DE\">Der Pfarrer lie\u00df sie alle an seinem geistigen Auge vorbeiziehen, die ru\u00dfigen Gestalten im <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Schurzfell<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">, die jetzt da unten zur Nachtzeit, wo andere Menschen ausruhten, ihrer schweren Arbeit nachgingen, um dem <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">rotgl\u00fchenden<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> Eisen die gew\u00fcnschte Form und Gestalt zu geben. Meistens Kinder seiner Pfarrei, auch ein bestimmter Teil aus dem benachbarten Ort <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Otzenhausen<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">.<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> Es waren lauter brave Kerle, er kannte die meisten von ihnen <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">in-<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> und auswendig. Ein flei\u00dfiges Arbeitervolk, treu und zuverl\u00e4ssig, wenn sie sich auch einmal ab und zu einen Eimer <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Branntwein<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> aus der alten <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Fuhrmanns<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">schenke<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> an der <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Primsbr\u00fccke<\/span> <span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">her\u00fcberholten<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> und dazu das angestimmte Lied der &#8222;<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Nonnweiler<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> Walzer&#8220; sangen. Was tat es, die Zeiten waren hart, auch f\u00fcr die M\u00e4nner des <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Nonnweiler<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> Hammerwerkes.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span class=\"\" lang=\"de-DE\">Eben hatte die alte <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Schwarzw\u00e4lderuhr<\/span> <span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">schnarrend<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> zum Schlage ausgeholt, 10.30 Uhr. Herr <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Torsch<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> trat an das gegen\u00fcberliegende Fenster und warf noch einen Blick in der Richtung seines schlafenden Pfarrdorfes, da pl\u00f6tzlich erklang die Flurglocke.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span class=\"\" lang=\"de-DE\">Was mochte das sein? \u00c4u\u00dferlich ruhig, doch mit einem leisen innerlichen Beben, nahm der Pfarrer die Lampe und ging zur Haust\u00fcre. Man konnte ja nie wissen. Vorsichtig \u00f6ffnete er das &#8222;Guckloch&#8220;, ein ebenso vorsichtiges Fragen, doch nach der erhaltenen Antwort war jede Furcht unbegr\u00fcndet. Ein Kind seiner Pfarrei, der Knecht Simon aus Bierfeld, stand vor der Haust\u00fcre, die der Pfarrer jetzt \u00f6ffnete. &#8222;Was bringst du, Simon, zu so sp\u00e4ter Stunde?&#8220; war die Frage. &#8222;Hochw\u00fcrden&#8220;, stammelte der Bursche, noch atemlos vom raschen Lauf, indessen das Wasser von seinen groben Kotzen triefend um ihn her gleich eine Lache bildete. &#8222;Hochw\u00fcrden, kommen Sie gleich, der alte <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Mattesbauer<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> liegt im Sterben, er verlangt nach dem Sakrament&#8220;. &#8222;Gut, ich mache mich gleich fertig&#8220;, war die Antwort des Pfarrers, &#8222;gehe inzwischen den K\u00fcster wecken, er soll alles vorbereiten, gleich komme ich nach.&#8220;<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span class=\"\" lang=\"de-DE\">Der Knecht entfernte sich, w\u00e4hrend Herr <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Torsch<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> nach seinen Stiefeln griff und nach der Jungfer <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Kathrein<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">, seiner Haush\u00e4lterin, rief. Lamentierend erschien die alte <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Kathrein<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> gleich auf der Bildfl\u00e4che. &#8222;Wie, ein <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Versehgang<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> in dunkler Nacht und bei diesem f\u00fcrchterlichen Wetter, konnte der <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Mattesbauer<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> nicht warten mit der Sterben, bis es Tag war?&#8220; Und zudem allein bliebe sie in dieser <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">R\u00e4uberzeit<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> bei Nacht unter keinen Umst\u00e4nden im <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Pfarrhause<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">, nein, unter keinen Umst\u00e4nden. &#8222;Wenn ein Sterbender ruft, kenne ich nur eines: diesem Ruf folgen, ob bei Tag oder Nacht&#8220;, war die ruhige Antwort des Pfarrers. &#8222;Aber zu deiner pers\u00f6nlichen Sicherheit werde ich den Nachbar, den <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Geigerbauer<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">, wecken, dessen Sohn und ein Knecht k\u00f6nnen dir Gesellschaft leisten, bis ich zur\u00fcckkomme.&#8220; Der Pfarrer warf einen Mantel um, dr\u00fcckte einen breitrandigen Hut in die Stirne und verlie\u00df das Haus. Am Fenster seines Nachbars Geiger klopfte er und bat denselben, seinen Sohn und einen Knecht in den Pfarrhof zu schicken, damit die <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Kathrein<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> sich beruhige.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span class=\"\" lang=\"de-DE\">Sohn und Knecht des Bauern waren innerhalb weniger Minuten <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">hin\u00fcbergewechselt<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">, der Pfarrer eilte zur Kirche. Hier hatte der K\u00fcster, der damals neben der <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Kirche<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> wohnte, alle Vorbereitungen zu einem n\u00e4chtlichen <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Versehgang<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> getroffen und nur wenige Minuten sp\u00e4ter verlie\u00dfen drei M\u00e4nner die Kirche. Voraus ging der Knecht Simon, die Laterne tragend, neben ihm der K\u00fcster, beide mit lauter Stimme den Rosenkranz betend, dicht aufgeschlossen folgte der Pfarrer.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span class=\"\" lang=\"de-DE\">Schweigend unter seinen Strohd\u00e4chern, in tiefem Schlafe, lag das stille Dorf. Nirgends ein Lichtschimmer, nur in der <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Fuhrmannschenke<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> an der <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Primsbr\u00fccke<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> war noch Leben und Treiben. Ab und zu drangen die verwehten abgerissenen Kl\u00e4nge eines Liedes in die n\u00e4chtliche Stille und eben waren zwei <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Fuhrwerke<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> auf dem holperigen Steinpflaster vor der Schenke angefahren. Anscheinend wollten die Knechte sich noch st\u00e4rken mit einem Trunk, denn der Weg bis zur n\u00e4chsten Haltestelle, das &#8222;Neuhaus&#8220; bei <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Osburg<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">\u00a0oder das &#8222;<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Hinkelhaus<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">&#8220; bei <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Waldrach<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">, waren noch weit.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span class=\"\" lang=\"de-DE\" style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\">Inzwischen hatte der Pfarrer mit seinen Begleitern die H\u00f6he am Nordausgang des Dorfes erreicht. W\u00fctend warf sich ihnen hier oben der Sturm entgegen, die Laterne drohte zu verl\u00f6schen, da klang ihnen pl\u00f6tzlich aus der Dunkelheit ein lautes &#8222;Halt&#8220; entgegen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span class=\"\" lang=\"de-DE\">Die drei M\u00e4nner standen und der K\u00fcster schlug hastig das Kreuz. Doch eine Furcht war unbegr\u00fcndet. Vier berittene, franz\u00f6sische Gendarmen auf n\u00e4chtlicher Streife, waren hier f\u00fcr einige Minuten abgesessen. Nach kurzem Wortaustausch zwischen dem Pfarrer und dem F\u00fchrer der Gendarmen gab <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">letzterer<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> den Weg nach Bierfeld frei.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span class=\"\" lang=\"de-DE\">Stumm, mit gezogenem <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">K\u00e4ppi<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">, standen vier Reiter bei ihren Pferden, als der Pfarrer mit seinen Begleitern den Weg nach Bierfeld einschlug, um einem Sterbenden die letzte Tr\u00f6stung zu bringen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span class=\"\" lang=\"de-DE\">Nach kurzer Verst\u00e4ndigung untereinander teilten sich die Gendarmen. Zwei von ihnen schlugen den Weg nach Kostenbach ein, die beiden anderen ritten durch das n\u00e4chtliche <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Nonnweiler<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">, um nach einem kurzen Halt an der Stra\u00dfenkreuzung am <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Nonnweiler<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> Hammerwerk den Weg nach <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Otzenhausen<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> einzuschlagen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span class=\"\" lang=\"de-DE\">In der <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Fuhrmannsschenke<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> an der <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Primsbr\u00fccke<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> ging es hoch her, die &#8222;<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Walzerbuben<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">&#8220; und die &#8222;Eisenschneider&#8220; hatten sich zu einem fr\u00f6hlichen Trunk zusammengefunden. Lustig klangen die Gl\u00e4ser aneinander, das &#8222;<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Nonnweiler<\/span> <span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Walzerlied<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">&#8220; stieg auf, der junge <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">N\u00e4zer<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> hatte es angestimmt. &#8222;Das Schwungrad dreht sich im Zirkel herum&#8220;. \u00dcberhaupt dieser <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">N\u00e4zer<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">, er war von allen der lustigste. Beide Augen hatte er zudem auf die dralle <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Schenkma<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">gd<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">, die &#8222;blonde <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Gret<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">&#8220; geworfen, und allem Anschein nach war auch die <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Gret<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> ihm n<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">icht<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> abhold.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span class=\"\" lang=\"de-DE\">Er ahnte es ja damals noch nicht, <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">dass<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">\u00a0knapp eineinhalb Jahrzehnte sp\u00e4ter eben dieses besungene Schwungrad ihm den fr\u00fchen Tod bringen sollte. Bei einer Reparatur im gro\u00dfen Blasebalg w\u00e4hrend der Mittagspause wurde er durch die Unachtsamkeit des &#8222;Fallen-Buben&#8220;, der zu fr\u00fch den Lauf des Wassers &#8222;auf das Rad&#8220; kehrte, in dem <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Balg<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> zu Tode gedr\u00fcckt, seine arme <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Gret<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> mit neun <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">unversorgten<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> Kindern in Not und Armut zur\u00fccklassend. Nein, das ahnte er damals noch nicht. Und von neuem wurden die Gl\u00e4ser gef\u00fcllt, von neuem &#8222;Prost&#8220; getrunken und ein neues Lied angestimmt.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span class=\"\" lang=\"de-DE\">An einem anderen Tische sa\u00df ein kr\u00e4ftiger, st\u00e4mmiger Bursche aus <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Nonnweiler<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">, der &#8222;<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Schneid-Pitter<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">&#8222;. Auch er bewarb sich um die Gunst der blonden <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Gret<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">, war aber anscheinend seinem Nebenbuhler gegen\u00fcber ins Hintertreffen geraten. Sonst gutm\u00fctig von Natur, dazu ein begeisterter S\u00e4nger, konnte er im T<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">runk<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> recht <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">kratzb\u00fcrstig<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> sein. Dazu war er von einer ungew\u00f6hnlichen K\u00f6rperkraft und in der ganzen Gegend wagte sich kein Bursche mit ihm anzubinden, man sagte sogar, er f\u00fcrchte sich nicht einmal vor dem Teufel. In der &#8222;Schneidm\u00fchle&#8220; war <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Pitter<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> als Eisenschneider besch\u00e4ftigt, war auch der Zeit entsprechend oft mit dem <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Fuhrwerk<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> seines Arbeitgebers unterwegs und nun war er erst vor einigen Tagen von &#8222;gro\u00dfer Fahrt&#8220; heimgekehrt. Weit, sehr weit war das Ziel gewesen. Im Auftrage der <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Gottbillschen<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> Werksleitung hatte er mit <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">zweisp\u00e4nnige<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">m<\/span> <span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Fuhrwerk<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> eine Ladung geb\u00fcndelter Nageleisen bis nach Ungarn gebracht, mutterseelenallein, ohne Beifahrer, nur auf sich allein gestellt, so hatte er die Fahrt zur\u00fcckgelegt, zu vollsten Zufriedenheit seines Auftraggebers, und dabei auch f\u00fcr seine Person ein St\u00fcck Geld verdient.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span class=\"\" lang=\"de-DE\">Stets trug er seitdem die lederne, mit breiten Messingn\u00e4geln beschlagene Geldkatze umgeschnallt, und wenn auch der junge <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">N\u00e4zer<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> behauptete, <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">dieselbe<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> sei leer und w\u00fcrde nur von seinem Besitzer getragen, um &#8222;seiner <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Gret<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">&#8220; zu imponieren, die <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Walzerbuben<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> waren anderer Ansicht.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span class=\"\" lang=\"de-DE\">&#8222;Schneid<\/span> <span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Pitter<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">&#8220; <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">goss<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">\u00a0einen doppelten Korn nach dem anderen hinunter, denn die Stimmung der anderen Burschen <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">missfiel<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> ihm. Und <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">dass<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">\u00a0die <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Gret<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> ihn so nebenbei behandelte, steigerte ihn in eine heimliche Wut. Als nun der <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">N\u00e4zer<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> von neuem ein Lied anstimmte, dabei einen feurigen Blick dem <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Schankm\u00e4dchen<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> zuwarf, war es mit der <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Selbstbeherrschung<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> des <\/span><span class=\"break-above-span\" lang=\"de-DE\">kr\u00e4ftigen Burschen aus und vorbei. Einen Faustschlag auf den gro\u00dfen Tisch, an dem seine Arbeitskameraden sa\u00dfen, so das die Gl\u00e4ser durcheinander kollerten, einen graulichen ungarischen Fluch aussto\u00dfend, riss er die Geldkatze vo<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">n d<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">er H\u00fcfte und &#8222;Bassi &#8212; malecki &#8212; ti remmdi<\/span> <span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">&#8212;<\/span> <span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">demm<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">!&#8220;<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> knallte er dieselbe auf die T<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">isc<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">hplatte, dass die <\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">Marien-Theresien-Tha<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">ler<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\"> u<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">n<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">d <\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">m<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">ehrere <\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">G<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">ol<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">d<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">st<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">\u00fc<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">cke \u00fcb<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">e<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">r <\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">d<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">en F<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">u\u00dfboden fegten<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">. Mit die<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">sem Kraftausdruck war <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">sei<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">n Gem<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">\u00fct beruhigt, er <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">goss<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">\u00a0noc<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">h einen &#8222;Doppelten&#8220; hinunter und legte sich auf die Bank, brummte noch einmal &#8222;Bassi &#8212; malecki&#8220; und wa<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">r e<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">ingeschlafen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span class=\"\" lang=\"de-DE\">Die &#8222;<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Walzerbuben<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">&#8220; hatten inzwischen die auf dem Fu\u00dfboden verstreuten Geldst\u00fccke zusammengesucht, gez\u00e4hlt und mit der Geldkatze dem Wirt \u00fcbergeben. Morgen w\u00fcrde ihr Freund alles wieder erhalten. Mit zwei <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Fuhrknechten<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> aus <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Nonnweiler<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">, die <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Mariah\u00fctter<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> Eisenwaren geladen hatten und diese Fracht nach Trier bringen sollten, war auch ein junger Forstmann in die Schenke an der <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Primsbr\u00fccke<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> eingekehrt. Er war beritten von <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Schlo\u00df<\/span> <span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Dagstuhl<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> gekommen und sollte eine Nachricht seines Freiherrn nach der Oberf\u00f6rsterei <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Drohnecken<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> bringen. Der &#8222;<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Hermeskeiler<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> Wald&#8220; war unsicher. Aus diesem Grunde hatten sich <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Fuhrknechte<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> und Forstmann zusammengeschlossen und dachten, bis <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Hermeskeil<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> die Fahrt gemeinsam fortzusetzen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span class=\"\" lang=\"de-DE\">Auch die beiden franz\u00f6sischen Gendarmen, die <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">befehlsgem\u00e4<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">\u00df<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> ihre Streife nach <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Otzenhausen<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">, Abzweigung <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Z\u00fcsch<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">, ausgedehnt hatten, waren auf dem R\u00fcckweg an der <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Fuhrmannsschenke<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> abgesessen, hatten ihre Pferde gleich dem <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Dagstuhler<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> Forstmann, drau\u00dfen am Ring angebunden und betraten die Gaststube. Beide lie\u00dfen sich an einem freien Tisch am Fenster nieder, bestellten einen Trunk und begannen Karten zu spielen. Es ging allm\u00e4hlich \u00fcber Feierabend, aber so lange die Gendarmen sa\u00dfen, konnte der Wirt beruhigt sein. <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">&#8212;<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> Da trat ein sp\u00e4ter Gast in die <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Schankstube<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">, der Viehh\u00e4ndler Johann Georg <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Scheerer*<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> aus Kempfeld<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">. (Dieser Scheerer war ein Hehler des Schinderhannes und wurde in Mainz freigesprochen.)<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span class=\"\" lang=\"de-DE\">Sein stechender fl\u00fcchtiger Blick \u00fcbersah kurz die Gaststube, dann nahm er an dem Tische Platz, an dem der alte Meyer aus <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Nonnweiler<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> sa\u00df. Beide begr\u00fc\u00dften sich als alte Bekannte und waren bald in ein leise gef\u00fchrtes Gespr\u00e4ch vertieft.<\/span><\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_1129\" style=\"width: 256px\" class=\"wp-caption alignright\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1129\" class=\"wp-image-1129 size-medium\" src=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Bild4-246x300.png\" alt=\"\" width=\"246\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Bild4-246x300.png 246w, https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Bild4.png 487w\" sizes=\"(max-width: 246px) 100vw, 246px\" \/><p id=\"caption-attachment-1129\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-size: 16px;\">Johannes B\u00fcckler, genannt Schinderhannes, 1803 nach dem Leben gemalt<\/span><\/p><\/div>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span class=\"\" lang=\"de-DE\">Um die Karten spielenden Gendarmen hatte sich ein Kreis von Zuschauern gebildet, <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Walzerbuben<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> und <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Fuhrknechte<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">.<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> Der <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Dagstuhler<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> Forstmann hatte anscheinend Geld <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">zuviel<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">, auch er war an dem Spiel beteiligt und hatte schon einen ansehnlichen Betrag verloren. Auch der reiche Viehh\u00e4ndler sah eine Weile zu, um dann ebenfalls am Spiele teilzunehmen. Im Handumdrehen hatte auch er einen hohen Geldbetrag verloren, der aber zum gr\u00f6\u00dften Teil in die Tasche des Forstmannes wanderte. Auch die beiden Gendarmen hatten den gr\u00f6\u00dften Teil ihres Gewinnes wieder an den urspr\u00fcnglichen Verlierer zur\u00fcckzahlen m\u00fcssen, als man sich auf Vorschlag des Viehh\u00e4ndlers <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">entschloss<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">\u00a0die Eins\u00e4tze zu verdoppeln. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span class=\"\" lang=\"de-DE\">Das Gespr\u00e4ch w\u00e4hrend des Spieles drehte sich, neben den gebr\u00e4uchlichen Redensarten um das Wetter, um die verflossenen <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Kirmestage<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">, auch um die unruhigen Zeiten, um <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Schinderhannes<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> und seine Gesellen. Der \u00e4ltere der Gendarmen, mit Namen Adams, konnte sich nicht genug tun in lauter Verw\u00fcnschungen \u00fcber <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">B\u00fcckler<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> und seine Gesellen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Scheerer<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">, der mittlerweile eine bedeutende Summe an den Forstmann und einen der Gendarmen verloren hatte, <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">schmiss<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> jetzt pl\u00f6tzlich mit einem Fluche die Karten hin und <\/span><span class=\"break-above-span\" lang=\"de-DE\">bezichtigte letzteren des Falschspielens. Ein lauter Tumult entstand, in den sich sogar die Zuschauer einmischten. Der Forstmann, der den gr\u00f6\u00dften Teil des am Spiel verlorenen Geldes als Gewinn in der Tasche hatte, verlie\u00df den <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Schankraum<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">, um, wie er sagte, nach seinem Pferde zu sehen, indessen der ausgebrochene Tumult in T\u00e4tlichkeiten auszuarten drohte.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span class=\"\" lang=\"de-DE\">Beschwichtigend, mengte sich der Schankwirt unter die Streitenden, bat und drohte, und aus der Tiefe der langen Bank klang in knurrendem Tone ein Schwall ungarischer derber Fl\u00fcche des zu neuem Leben erwachten <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Pitter.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span class=\"\" lang=\"de-DE\">Da <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">&#8212;<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> pl\u00f6tzlich ein schmetternder Schlag. Ein Fensterkreuz brach entzwei, Holzst\u00fccke und Glasscherben fegten \u00fcber den Tisch, an dem vorher die Kartenspieler sa\u00dfen. Drau\u00dfen sa\u00df der <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Dagstuhler<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> Forstmann im Sattel, zw\u00e4ngte l\u00e4chelnd sein Gesicht zwischen die Gitterst\u00e4be und sprach laut und <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">vernehmlich<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> in die erschrockene Menge: &#8222;Ihr alle, vor allem ihr Gendarmen, ihr wollt den <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Schinderhannes<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> suchen, nun <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">merket<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> auf und beseht euch denselben genau, n\u00e4mlich ich bin es&#8220;. <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Sprach&#8217;s<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> und warf den Gaul herum.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Kanternde<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> Hufe spr\u00fchten auf dem Kopfsteinpflaster Funken, ein <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Hohnlachen<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> und drei gellende Pfiffe hallten durch die Nacht. Das Rauschen der angeschwollenen <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Prims<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">, vermischt mit dem L\u00e4rm des Hammerwerkes, verschlangen mit der Dunkelheit <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Ross<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> und Reiter.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span class=\"\" lang=\"de-DE\">Die Gendarmen st\u00fcrzten zu ihren Pferden mit gezogenen Pistolen, wollten aufsitzen, aber siehe, die Sattelgurten waren <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">durchschnitten<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">, eine Verfolgung war vorerst unm\u00f6glich. Die <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Walzerbuben<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> eilten zum Glockenturm, zogen die Str\u00e4nge und alarmierten das Dorf.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span class=\"\" lang=\"de-DE\">\u00dcberall flammten Lichter auf, auf dem Kirchplatz versammelten sich die Dorfbewohner zur Abwehr des Gef\u00fcrchteten, in ihrer Mitte der Pfarrer, der inzwischen vom <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Versehgang<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> zur\u00fcckgekehrt war. Aber der L\u00e4rm war umsonst, <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Schinderhannes<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> war und blieb verschwunden.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span class=\"\" lang=\"de-DE\">Ob nun die drei gellenden Pfiffe bei seinem <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Davonreiten<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> in die Nacht dem Viehh\u00e4ndler <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Scheerer<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> oder dem alten Meyer gegolten hatten, wer wei\u00df es? Und ob er seinen n\u00e4chtlichen Ritt bis zur <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Z\u00fcscher<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> M\u00fchle oder sogar noch weiter, nach Tiergarten oder zur <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Treberhaus<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">h\u00fctte<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> auf <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">H\u00fcttgeswasen<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> ausdehnte, das war nie zu erfahren.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span class=\"\" lang=\"de-DE\">Jedenfalls fand der alte F\u00f6rster <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">B\u00fchler<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> am n\u00e4chsten Morgen im &#8222;<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Kahlenberg<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\">&#8222;, an der <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Wegegabel<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> zur M\u00fchle, einen Zettel an einen Baum geheftet mit der Inschrift: &#8222;Den Armen tun wir nichts, den Reichen <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">schad<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">&#8218;<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> es nichts. <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Merkt&#8217;s<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">.<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> Johannes durch den Wald.&#8220;\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span class=\"\" lang=\"de-DE\">Aber auch einen Johannes <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">B\u00fcckler<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> erreichte das Schicksal. Am 21. November 1803, nachmittags 1 Uhr, fand er mit 19 seiner Gesellen vor dem <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Wei<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">\u00dfenauer<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> Tor in Mainz den Tod durch <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">Henkershand<\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\"><span class=\"\" lang=\"de-DE\">Sein gef\u00fcrchteter Name sowie die seiner noch mehr <\/span><span class=\"spellerror\" lang=\"de-DE\">gef\u00fcrchteten<\/span><span class=\"\" lang=\"de-DE\"> Gesellen lebten noch Jahrzehntelang unter der Bev\u00f6lkerung von Hochwald, Hunsr\u00fcck und Nahe fort.<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\">* Johann Georg Scheerer, Viehh\u00e4ndler aus Kempfeld, \u00fcber ihn schreibt Helmut Weiler\/T\u00fcrkism\u00fchle 1993 in seinem Buch: &#8222;Schinderhannes Mythos und Wirklichkeit&#8220; folgendes. Besagter Scheerer plante sp\u00e4ter sogar einen Giftanschlag auf den Schinderhannes:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px;\">Einer seiner Hehler war der P\u00e4chter des Althofes, ein reicher Bauer und Viehh\u00e4ndler aus Kempfeld namens Johann Georg Scheerer; er hatte von Schinderhannes zwei gestohlene Pferde erhalten. Diesen Diebstahl hatte Schinderhannes in Simmern gestanden. Als nun im Rahmen der Verhaftung des Schinderhannes-Komplizen Peter Zughetto, den der Hehler Scheerer deckte, die Beh\u00f6rden den Hof Scheerers \u00fcberwachten und ihn nach Schinderhannes befragten, stritt Scheerer jedoch jede Bekanntschaft mit Schinderhannes ab. Da ihn dieser aber durch sein Gest\u00e4ndnis \u00fcberf\u00fchrt hatte, versuchte Scheerer, den Schinderhannes mit Gift umzubringen. Er verlangte von dem Kirner Apotheker Carl Oellig &#8222;ein Tr\u00e4nkelchen &#8230;.um den Schinderhannes aus der Welt zu schaffen, &#8230;.ihm und mehreren anderen (sei) viel daran gelegen&#8230;.wenn dieser Kerl aus der Welt k\u00e4me, weil er sonst durch seine Gest\u00e4ndnisse noch manche Familie ungl\u00fccklich machen k\u00f6nnte.&#8220;* Der Apotheker f\u00fcllte eine geheimnisvolle Fl\u00fcssigkeit in ein Fl\u00e4schen, das der Schlosser Anton Kipper dem Schinderhannes ins Gef\u00e4ngnis schmuggeln sollte: doch auf dem Weg dorthin roch dieser daran &#8211; und Trank den Schnaps aus.<\/span><\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 16px;\">Franke, Schinderhannes, Seite 104<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"width: 90.66965320151387%;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 26.799007444168733%;\">&nbsp;<\/p>\n<ul id=\"menu-mega-main\" class=\"menu\"><li id=\"menu-item-1679\" class=\"menu-item menu-item-type-custom menu-item-object-custom menu-item-has-children menu-item-1679\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/wappen\">\u00dcber Nonnweiler<\/a>\n<ul class=\"sub-menu\">\n\t<li id=\"menu-item-996\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-996\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/wappen\">Das Wappen<\/a><\/li>\n\t<li id=\"menu-item-1008\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-1008\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/entstehung\">Entstehungsgeschichte<\/a><\/li>\n\t<li id=\"menu-item-1250\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-1250\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/gemeindegeschichte\">Geschichte des Ortes<\/a><\/li>\n\t<li id=\"menu-item-1267\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-1267\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/mittelalterliche-besitzverhaeltnisse\">Mittelalterliche Besitzverh\u00e4ltnisse<\/a><\/li>\n\t<li id=\"menu-item-1266\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-has-children menu-item-1266\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/stockbauern-und-stockgueter\">Stockbauern &#038; Stockg\u00fcter<\/a>\n\t<ul class=\"sub-menu\">\n\t\t<li id=\"menu-item-2068\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-2068\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/landwirtschaft-ackerbau\">Landwirtschaft &#038; Ackerbau<\/a><\/li>\n\t\t<li id=\"menu-item-2069\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-2069\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/bauernstand\">Bauernstand<\/a><\/li>\n\t\t<li id=\"menu-item-2165\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-2165\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/muehlen-in-nonnweiler\">M\u00fchlengeschichte<\/a><\/li>\n\t<\/ul>\n<\/li>\n\t<li id=\"menu-item-1540\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-has-children menu-item-1540\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/hauszeichen\">Hauszeichen<\/a>\n\t<ul class=\"sub-menu\">\n\t\t<li id=\"menu-item-1265\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-1265\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/alt-nonnweiler\">Wer wohnte wo?<\/a><\/li>\n\t<\/ul>\n<\/li>\n\t<li id=\"menu-item-1027\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-has-children menu-item-1027\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/kriegsgeschichte\">NS Zeit 1933-1945<\/a>\n\t<ul class=\"sub-menu\">\n\t\t<li id=\"menu-item-2469\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-2469\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/gefallene-vermisste-in-weltkriegen\">Gefallene &#038; Vermisste beider Weltkriege<\/a><\/li>\n\t\t<li id=\"menu-item-1413\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-1413\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/otto-berg-erinnerungen-1929-1945\">Otto Berg \u2013 Erinnerungen 1929-1945<\/a><\/li>\n\t<\/ul>\n<\/li>\n\t<li id=\"menu-item-4069\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-has-children menu-item-4069\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/die-franzosen\">Einmarsch der Amerikaner &#038; Die Franzosen als Besatzungsmacht<\/a>\n\t<ul class=\"sub-menu\">\n\t\t<li id=\"menu-item-4079\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-4079\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/wiedervereinigung\">Wiedervereinigung mit Deutschland<\/a><\/li>\n\t<\/ul>\n<\/li>\n\t<li id=\"menu-item-2043\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-has-children menu-item-2043\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/schule\">Kindergarten &#038; Schule<\/a>\n\t<ul class=\"sub-menu\">\n\t\t<li id=\"menu-item-2494\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-2494\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/fotos-kindergarten\">Spass im Kindergarten<\/a><\/li>\n\t\t<li id=\"menu-item-2042\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-2042\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/klassenfotos\">Klassenfotos<\/a><\/li>\n\t<\/ul>\n<\/li>\n\t<li id=\"menu-item-2650\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-2650\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/lichterkette\">Lichterkette f\u00fcr den Frieden<\/a><\/li>\n\t<li id=\"menu-item-1015\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-1015\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/geographie\">Geographie &#038; Geologie<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li id=\"menu-item-1680\" class=\"menu-item menu-item-type-custom menu-item-object-custom menu-item-has-children menu-item-1680\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/article\">Ortsansichten<\/a>\n<ul class=\"sub-menu\">\n\t<li id=\"menu-item-631\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-631\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/article\">Alt Nonnwella auf Postkarten<\/a><\/li>\n\t<li id=\"menu-item-744\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-744\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/50er\">50er<\/a><\/li>\n\t<li id=\"menu-item-743\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-743\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/60er\">60er<\/a><\/li>\n\t<li id=\"menu-item-742\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-742\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/70er\">70er bis heute<\/a><\/li>\n\t<li id=\"menu-item-1095\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-1095\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/vom-urlaubs-zum-kurort\">Erste Schritte zum Fremdenverkehrsort<\/a><\/li>\n\t<li id=\"menu-item-1815\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-1815\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/kurhaeuser\">Kurh\u00e4user<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li id=\"menu-item-1681\" class=\"menu-item menu-item-type-custom menu-item-object-custom menu-item-has-children menu-item-1681\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/geschichte\">Kirchliches<\/a>\n<ul class=\"sub-menu\">\n\t<li id=\"menu-item-585\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-585\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/geschichte\">Geschichte<\/a><\/li>\n\t<li id=\"menu-item-629\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-629\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/innenansicht\">Innenansicht<\/a><\/li>\n\t<li id=\"menu-item-584\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-584\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/brand-und-wiederaufbau\">Brand &#038; Wiederaufbau<\/a><\/li>\n\t<li id=\"menu-item-583\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-583\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/fronleichnamsfest\">Fronleichnamsfest<\/a><\/li>\n\t<li id=\"menu-item-581\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-581\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/primizen\">Primizen<\/a><\/li>\n\t<li id=\"menu-item-801\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-801\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/100-jahrfeier\">Feierlichkeiten<\/a><\/li>\n\t<li id=\"menu-item-1033\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-1033\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/pastoere-in-nonnweiler\">Past\u00f6re in Nonnweiler<\/a><\/li>\n\t<li id=\"menu-item-582\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-582\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/in-schweren-jahren\">In schweren Jahren<\/a><\/li>\n\t<li id=\"menu-item-3269\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-3269\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/messdiener\">Me\u00dfdiener<\/a><\/li>\n\t<li id=\"menu-item-2649\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-2649\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/klepperkinder\">Klepperkinder<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li id=\"menu-item-1682\" class=\"menu-item menu-item-type-custom menu-item-object-custom menu-item-has-children menu-item-1682\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/ortsverein\">Vereine &#038; Gewerbe<\/a>\n<ul class=\"sub-menu\">\n\t<li id=\"menu-item-2217\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-has-children menu-item-2217\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/ortsverein\">Ortsvereine<\/a>\n\t<ul class=\"sub-menu\">\n\t\t<li id=\"menu-item-2996\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-2996\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/ortsverein\">kath. Frauengemeinschaft<\/a><\/li>\n\t\t<li id=\"menu-item-2994\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-2994\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/kolping-kapelle\">Kolping-Kapelle<\/a><\/li>\n\t\t<li id=\"menu-item-2861\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-2861\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/hochwaelder-tennisclub-htc\">Hochw\u00e4lder Tennisclub HTC<\/a><\/li>\n\t<\/ul>\n<\/li>\n\t<li id=\"menu-item-2571\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-2571\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/jaegerheim-beim-hedi\">J\u00e4gerheim (beim Hedi)<\/a><\/li>\n\t<li id=\"menu-item-2651\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-2651\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/central-filmtheater\">Central-Filmtheater<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li id=\"menu-item-1683\" class=\"menu-item menu-item-type-custom menu-item-object-custom menu-item-has-children menu-item-1683\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/schinderhannes\">Erz\u00e4hlungen<\/a>\n<ul class=\"sub-menu\">\n\t<li id=\"menu-item-1040\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-1040\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/schinderhannes\">Schinderhannes<\/a><\/li>\n\t<li id=\"menu-item-1042\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-1042\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/die-stockbauern-und-die-einspaennigen\">Die Stockbauern und die Einsp\u00e4nnigen<\/a><\/li>\n\t<li id=\"menu-item-1041\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-1041\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/fritze-michel\">Fritze Michel<\/a><\/li>\n\t<li id=\"menu-item-1365\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-1365\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/vetter-fritz\">Vetter Fritz<\/a><\/li>\n\t<li id=\"menu-item-1414\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-1414\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/fam-honecker\">Saarl\u00e4ndische Begegnung<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li id=\"menu-item-1684\" class=\"menu-item menu-item-type-custom menu-item-object-custom menu-item-has-children menu-item-1684\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/medien\">Ausser der Reihe<\/a>\n<ul class=\"sub-menu\">\n\t<li id=\"menu-item-1025\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-1025\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/medien\">Medien<\/a><\/li>\n\t<li id=\"menu-item-4153\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-4153\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/drohnenaufnahmen\">Drohnenaufnahmen<\/a><\/li>\n\t<li id=\"menu-item-1523\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-1523\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/seifenkistenrennen\">Seifenkistenrennen<\/a><\/li>\n\t<li id=\"menu-item-3574\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-3574\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/archiv-bilder-des-monats\">Archiv \u2013 Bilder des Monats<\/a><\/li>\n\t<li id=\"menu-item-1920\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-1920\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/wegweiser-mit-geschichte\">Wegweiser mit Geschichte<\/a><\/li>\n\t<li id=\"menu-item-3623\" class=\"menu-item menu-item-type-post_type menu-item-object-page menu-item-3623\"><a href=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/wer-weiss-es\">Wer wei\u00df es?<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul><\/td>\n<td style=\"vertical-align: top; width: 72.20843672456576%;\">&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-2874 size-full aligncenter\" src=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/CCI_001489-2.jpg\" alt=\"\" width=\"580\" height=\"405\" srcset=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/CCI_001489-2.jpg 580w, https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/CCI_001489-2-300x209.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 580px) 100vw, 580px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2877 aligncenter\" src=\"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/csm_Heimat_ist_Hunsrueck_Logo_c1c9a14c31.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"286\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schinderhannes in Nonnweiler Nonnweiler Erinnerungen von Franz Johann Dunkles Gew\u00f6lk jagte unter den St\u00f6\u00dfen des Herbststurmes \u00fcber den sp\u00e4tnachmittaglichen Novemberhimmel. Brausend kam es herangeweht aus Nordwesten, warf sich mit unheimlicher Wucht gegen die Strohd\u00e4cher des kleinen Hochwalddorfes, brach sich in dem m\u00e4chtigen langgestreckten Forst des &#8222;Kahlenberges&#8222;. Die m\u00e4chtigen Eichen, die starken Buchen erzitterten unter der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-1038","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1038","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1038"}],"version-history":[{"count":24,"href":"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1038\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3293,"href":"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1038\/revisions\/3293"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/nonnwella.de\/phtf\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1038"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}